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Die
Gestaltung von Lernprozessen spielt nicht nur in realen Lernsituationen
eine
besondere Rolle, sondern gleichfalls und umso bedeutungsvoller in
virtuellen
Lernräumen. Lernen und der Austausch von Wissen zu einem
bestimmten Thema
innerhalb virtueller Lernszenarien verbindet sowohl die Vorteile des
E-Learnings
als auch die des kooperativen Gruppenlernens. Teilnehmern wird somit
die
Möglichkeit geboten, unabhängig von Ort und Zeit,
große räumliche Distanzen zu
überbrücken, um individuell geeignete Personen
für die Teilung von Wissen zu
kontaktieren und somit persönliche Netzwerke zu bilden. Das
Prinzip der Wissenskooperation
beruht auf mehreren Voraussetzungen, die in Verbindung mit der
Gestaltung
reiner E-Learning Maßnahmen ein besonderes didaktisches
Konzept bedürfen.
Innerhalb
des Wissensmanagements gehört die Wissenskooperation zu einem
Zentralpunkt, da
die Bereitschaft zur Kooperation die Grundvoraussetzung für
jedes erfolgreiche
Wissensmanagement ist. Wissenskooperation bildet somit die vertikale
Achse
innerhalb des Wissensmanagements, die alle übrigen
Wissensmanagementprozesse
betrifft. Wissenskooperationen sollten so gestaltet werden, dass
reziprokes
Verhalten in den Köpfen den Teilnehmer verinnerlicht ist und
durch Moderatoren
oder Tutoren gefördert wird.
Kooperation
basiert grundsätzlich auf einer freiwilligen Beteiligung, die
eine gewisse
intrinsische Motivation zur Teilung von Wissen und ein Maß an
Vertrauen zu den
anderen Teilnehmern erfordert, um somit während einer
virtuellen
Wissenskooperation eine dynamische und homogene Lerngruppen zu bilden.
Bei
der Schaffung virtueller Lernumgebungen, die Wissenskooperationen
unterstützen,
bilden die Bereiche Motivation, Vertrauen und reziprokes Verhalten, als
bedingungslos notwendige Voraussetzungen, eine mittelbar
veränderliche
Grundbasis. Die unmittelbar veränderlichen Bestandteile, wie
bspw. Moderation,
Kommunikation und Interaktion, inhaltliche und ergebnisorientierte
Mitgestaltung, zeitliche Aspekte und individuelle
Teilnehmerwünsche etc.
sollten in ihrer Ausgestaltung so didaktisch aufbereitet werden, dass
die
Bereiche der Motivation, des Vertrauens und des reziproken Verhaltens
dadurch
im Mittelpunkt stehen, sodass die Voraussetzungen für
gelungene
Wissenskooperationen in virtuellen Lernumgebungen erfüllt sind.
Anja Koch: Wissenskooperationen in E-Learnings.
LearnAct!
Verlag. 2004. 122 S.
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